Leutnant Gustl ist eine der berühmtesten Erzählungen Arthur Schnitzlers und zugleich ein Meisterwerk des psychologischen Monologs.
Nach einem Konzert gerät der junge österreichische Offizier Gustl in einen Streit mit einem Bäckermeister. Was zunächst wie eine belanglose Auseinandersetzung erscheint, wird für ihn zur existenziellen Krise. In seiner Vorstellung ist seine militärische Ehre verletzt worden – und nach dem Ehrenkodex seiner Zeit scheint es nur einen einzigen Ausweg zu geben.
Während Gustl durch das nächtliche Wien streift, kreisen seine Gedanken rastlos um Scham, Angst, gesellschaftliche Konventionen, Tod und Selbstachtung. Schnitzler lässt den Leser unmittelbar am inneren Monolog seines Protagonisten teilhaben und zeichnet dabei mit feiner Ironie das Porträt eines Mannes, der zwischen persönlicher Unsicherheit und den starren Regeln seiner gesellschaftlichen Welt gefangen ist.
Mit psychologischer Präzision und überraschender Modernität entlarvt Leutnant Gustl die Widersprüche von Ehre, Standesdenken und militärischer Moral im Wien der Jahrhundertwende.
Ein Klassiker der österreichischen Literatur – kurz, intensiv und von zeitloser Aktualität.

Arthur Schnitzler (1862–1931) war ein österreichischer Schriftsteller, Dramatiker und Arzt und zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Wiener Moderne. In seinen Werken beschäftigte er sich intensiv mit der menschlichen Psyche, gesellschaftlichen Konventionen, Liebe, Sexualität, Moral und den Spannungen innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Mit Werken wie Leutnant Gustl, Fräulein Else, Traumnovelle und Reigen wurde Schnitzler zu einem der wichtigsten deutschsprachigen Autoren seiner Epoche. Besonders bekannt ist er für seine innovative Darstellung innerer Gedanken und psychologischer Konflikte.

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